Sonntag, 11. Dezember 2011

Couchtisch aus Birne (Teil 3)

Damit die Rahmenteile an ihrer Stelle bleiben, bekommen sie eine Dübelsicherung. Sichtbare Dübel können durch Kombination mit anderen Holzsorten durchaus für Kontrast sorgen. In diesem Fall bleibe ich aber bei Birne. Zur Herstellung der Dübel gibt es mehrere Techniken. Bisher habe ich mit einem Durchschlag gearbeitet, was aber zu bösen Ausrissen im Holz führen kann. Im Netz habe ich eine Möglichkeit gefunden, die Dübel passgenau und ohne Ausrisse herzustellen.

Dafür benötigt man kürzere quadratische Abschnitte mit ca. 3mm Übermaß zum eigentlichen Dübel.

 Durch eine Fase nähern wir uns einer Rundung an

Mit den Halteklötzchen geht das sehr gut

An einem Ende wird eine Spitze angebracht

Dies ist die eigentliche Konstruktion. In ein Holz wird randnah eine Bohrung angebracht. Die Bohrung sollte ca. 0,5mm stärker als der spätere Dübel sein. Über die Bohrung wird ein sehr scharfes Hobelmesser gespannt. Die Positionierung sollte schräg sein um einen ziehenden Schnitt zu erhalten.


In diesem Video ist die Herstellung eines Dübels zu sehen. Eine Bemerkung zum Video: wenn das Messer schräg genug steht, gibt es eigentlich keine Rauchentwicklung.
video


Nach dem die Dübel fertig sind, geht es weiter an die untere Ablage. Dafür müssen Querstreben eingezapft werden. Diesmal mit der Zinkensäge.


Das Absetzen erfolgt mit der Feinsäge.

Die Querstrebe wird im Tischbein befestigt. Das Zapfenloch dafür macht die große Domino-Fräse.


Die untere Ablage auf der Stoßlade zum winkligen Abrichten. Für die weitere Bearbeitung muss der Winkel sehr genau stimmen. Das kann keine Maschine so gut wie diese Vorrichtung.

Die Ablage wird in die Querstrebe eingezapft. 

Und mit Stemmzapfen vollendet. Diese fräst man von der anderen Seite um Ausbrüche zu vermeiden.


Die Zapfen der Ablage werden mit der Oberfräse herausgearbeitet.


Es folgt das Einpassen

Die Stemmzapfen werden eckig, dafür müssen die Langlöcher nachgestochen werden.

Die Stemmzapfen werden angezeichnet

Und herausgearbeitet

So muss es sein 


 Damit die Ablage in der Querstrebe bleibt werden die Stemmzapfen verkeilt. Dafür wird am Keilgrund ein Loch gebohrt um ein Einreisen der Platte zu vermeiden.

 Die Keile werden mit der Zinkensäge eingeschnitten


 

  In die Tischbeine werden die Löcher für die Dübel gebohrt.


Vor dem Zusammenbei werden die Innenseiten noch geschliffen


Die Streichleisten werden festgeschraubt. Auch das muss zwingend vor dem Verleimen erfolgen, da dies später nur von unten funktionieren würde und wie sieht das dann aus.


Das Verleimen erfolgt schrittweise. 

 Ein Wald aus eingezapften Teilen. Um dabei die Übersicht zu behalten habe ich alle Teile nummeriert. Die entsprechende Zahl steht sowohl auf dem Zapfen als auch im Zapfenloch.

Dem Propellerleim werden sehr gute Fähigkeiten nachgesagt. Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen mit diesem gemacht. Leider bindet er sehr schnell ab, was bei solch komplexen Vorgängen nicht besonders gut ist. Es muss alles griffbereit sein, damit es schnell gehen kann. 



Leider hat der Hammer im Eifer des Gefechts nicht immer die Dübel getroffen. Es müssen einige Druckstellen beseitigt werden. Ich denke ich werde es mit Dampf versuchen. Hoffentlich klappt es.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ulmia Gehrungssäge

Auf einem Flohmarkt, versteckt hinter viel Elektronik, habe ich ein kleines Schätzchen gefunden. Es handelt sich um eine alte Ulmia Gehrungssäge, die damalige Kappsäge. Der Gründer von Ulmia, Georg Ott, hat diese Säge zum ersten mal 1877 gebaut. Nachzulesen auf der Ulmia-Homepage.

Sie wird, fast unverändert, heute noch gebaut und scheint von der Präzision mancher heutiger Kappsäge überlegen zu sein. Selbst in einem etwas unansehnlichen Zustand spürt man die Qualität des alten Graugusses.




Unter der zutreffenden Bezeichung "DIE BESTE" steht die Abkürzung "D.R.G.M."
(Deutsches Reichsgebrauchsmuster)


Als erstes habe ich den Rost von der Mechanik entfernt. Das Sägeblatt war in einem schlechten Zustand, aber für einen Probeschnitt hat es gereicht.


Vielleicht hat der "Ulmia"-Winkel eine besondere Symphatie zu seiner Verwandschaft, ich habe noch nie einen genaueren rechten Winkel gesehen. Es gibt nichtmal einen Hauch von einem Lichtspalt.


Nach etwas Pflege und Zuwendung sieht sie jetzt wieder gut aus.




Das Sägeblatt ist geschärft und geschränkt, aber die Präzision fehlt noch. Die Genauigkeit in horizontaler Richtung ist unglaublich, leider verläuft der Schnitt in vertikaler Richtung. Eine Möglichkeit wäre die (falsche) Schränkung. Zum Glück schauen sich die besten Sägenbauer Europas bald die Säge an.
Wenn es daran nicht liegt, wollte ich schon immer mal den Werksverkauf von Ulmia besuchen und bringe die Säge zum Einstellen mit.