Montag, 31. März 2014

Holzregal für den Schuppen Teil 1

Die geringe Fläche in unserem Schuppen war ziemlich bald zu Ende oder einfach nur vollgestellt. Viele neue Dinge sind in unser Leben getreten wie beispielsweise ein Rasenmäher (wir hatten früher keinen Garten), Gartenwerkzeuge (siehe Rasenmäher) oder Brennholz (wir hatten früher keinen Kamin).
Meine Frau wollte ein Regal, nichts kompliziertes, einfach nur schnell und da.
Ich wollte etwas ausprobieren: hoch, zerlegbar und Verbindungen verwenden die ich noch nie hergestellt hatte. Mir war irgendwie nach alten Fachwerkverbindungen.

Los ging es mit dem Zapfenfräsen. Lange Zapfen zum durchstecken. Mit der Oberfräse und einer extrabreiten Auflageplatte ging das recht schnell.



Nach einigen Stunden waren die Zapfen an den Zargen gefräst, die Zapfenbrust hatte ich mit der Kappsäge vorbereitet. Somit konnte ich auf Sicht und ohne Hilfsanschläge fräsen.



Jedes Zapfenloch musste entsprechend angezeichnet werden.



Mit der großen Domino XL habe ich die Langlöcher hergestellt. Bisher ersetzt sie mir eine Langlochbohreinheit - der Platzbedarf, die Genauigkeit und die Geschwindigkeit sind beeindruckend.



Die alten Kirschen-Lochbeitel erlebten bei diesem Projekt eine Renaissance - frisch geschärft bahnen sich diese tollen Werkzeuge ihren Weg in das Holz.



Das Nachstechen ging leicht von der Hand



Im Detail dargestellt: das eine Loch schon nachgestochen, das andere wie die Domino es schuf. An den Rundungen zu erkennen - ich habe zwei Fräshöhen verwendet, somit konnte die Zapfenstärke nach Wunsch dimensioniert werden.



Die letzten Zehntel der Passung erledigte ich mit dem Simshobel und der Stoßlade als Gegenanschlag.



Abgesetzt wird hier ein Teil des Zapfens, daraus entsteht ein sogenannter "halber Schwalbenschwanzzapfen mit Keil". Dabei handelt es sich um eine traditionelle Verbindungen aus dem Holzbau und sorgt im Gegensatz zum einfachen Zapfen für eine Sicherung auf Zug.



Dies wird mit dem Hinterstemmen des Zapfenloches im gleichen Winkel erreicht. Dafür habe ich einen entsprechend schrägen Hilfsklotz hergestellt. Der Lochbeitel wird an dieser Referenz entlang in das Zapfenloch getrieben.Einfach und sehr präzise.



Die ersten Steckversuche sind etwas anstrengend, aber mit der Zeit traut man sich etwas mehr zu, diese Verbindung ist wirklich sehr stabil.



Zur weiteren Aussteifung werden die Ständer gegeneinander verstrebt. Ich habe mich für die einfachen 45° entschieden. Abgesetzt wird mit der Gehrungssäge.



Es folgt der Übertrag auf die Ständer.



Und noch mehr Zapfenlöcher, bisher ohne Fehler. Powered by Probestück.



Der nächste Hilfsklotz kommt zum Einsatz. Der flachere Winkel von 45° lässt sich sehr komfortabel und super präzise mit dem Lochbeitel abstechen.




Zur Sicherung der Querstreben kommen Dübel zum Einsatz. Gut wen lange Werkstücke in die Werkstatt passen und T-Nut-Schienen im Bohrmaschinentisch vorhanden sind.



Die Löcher werden auf die Zapfen mit dem Bohrer übertragen.



Für eine saugende Passung werden diese etwas zur Zapfenbrust versetzt gebohrt.


Weiter in Teil 2....

Montag, 17. Februar 2014

In die Zange genommen

Es sind Flachdübel die beim Holzwerken so vieles einfacher und schneller machen, nämlich stabile Verbindungen in kürzester Zeit. Eine wertvolle Erfahrung für mich war: immer erst eine Probemontage vornehmen - so bekommt man Überaschungen früher zu sehen und kann noch reagieren.
Die Passungen bei den Flachdübeln sind jedoch extrem. In der Regel halten die Dübel auch ohne Leim sehr gut und einen solchen wieder zu lösen kann sehr anstrengend sein. Wird die Haltekraft durch mechanische Hilfsmittel überwunden,  können die Dübel eventuell beschädigt oder gar zerstört sein. So schnell der Montagetest sein mag, die Dübel wieder zu entfernen ist oftmals kein Spaß.

Die Lamello-Dübel sehen unscheinbar aus, aber auch diese können sehr fest sitzen und das unabhängig von ihrer Größe.



Der Härtefall: große Dominodübel mit einer maximalen Stärke von 14mm und einer Länge von 140mm. Auch hierbei möchte ich nur ungern auf eine Probemontage verzichten.



Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem habe ich nach geeignetem Werkzeug Ausschau gehalten. Es gibt viele sehr gute Werkzeughersteller in Deutschland und einer davon ist Knipex. Dieses Unternehmen hat sich voll und ganz auf Zangen spezialisiert und produziert seine Produkte in Wuppertal. Mir ist kein besserer Hersteller von Zangen bekannt und ich arbeite teilweise schon sehr lange mit den Knipex-Zangen.

Von links nach rechts: Großer Zangenschlüssel, zwei Cobra-Zangen, eine Lineman-Pliers (amerikanische Bauform einer Flachzange - fantastic), eine herkömmliche Flachzange und eine Glasausbrechzange.


Der Zangenschlüssel spannt parallel und kann wie ein Rollgabelschlüssel eingesetzt werden, lässt diesen aber völlig alt aussehen.



Ein "kleiner" Größenvergleich - das Lineal ist 30cm lang. 



Der Zangenschlüssel ist glatt geschmiedet ohne Profil. 



Die Rohrzange Cobra kann parallel verschoben und fixiert werden. Dieses Modell ist in sehr vielen Größen zu haben und sollte in keinem Haushalt fehlen, in der Werkstatt selbstverständlich auch nicht.



Mit die bekannste Zangengattung dürfte die Kombizange sein. Mit dieser lässt sich auch sehr viel bewerkstelligen. In Deutschland ist die rechte Kombizange weitverbreitet.



Ein absoluter Geheimtip ist die Lineman-Pliers - eine krasse Zange durch und durch. Sie ist länger und hat breitere Backen.



Durch die Größe bringt die Zange auch eine schöne Masse mit. Die Backen haben ein gekreuztes Profil. Die Schneiden sind länger und trotzdem lässt sich mit dieser Zange sehr feinfühlig arbeiten.


Die Zange hat auch hinter ihrem Drehpunkt in Richtung der Griffe noch einige Funktionen. Im Anglo-amerikanischen Bereich werden mit dieser Zange Kabel gezogen. Diese werden in den bei geöffneter Zange sichtbaren Kanal gelegt. Die Innenbacke schließt exzentrisch und die Kabel, oder in meinem Fall Drahtseile, werden festgehalten. Dahinter gibt es einen Crimp-Bereich und ganz am Ende angelangt nochmals zwei Greifflächen. Summa summarum Funktionen ohne Ende.



Das folgende Design gibt es sicher auch schon eine ganze Weile, war mir aber gänzlich unbekannt. Es handelt sich um eine Glasausbrechzange. Diese Zange hat sehr breite Backen, eine schöne Riffelung und öffnet bei parallel zueinander stehenden Backen ungefähr 16mm.






Mit den ausgewählten Zangen arbeite ich schon einige Zeit und habe zur Verdeutlichung eine kleine Versuchsreihe aufgebaut. Die Glasausbrechzange wäre grundsätzlich perfekt für die großen Dübel, sie greift dabei schön flächig. Bei den Riesendübeln sind allerdings meine Arme das reglementierende Element.



Bei den Kombizangen fehlt natürlich Auflagefläche, sie öffnen nicht parallel und greifen daher nur an den Ecken was diese beschädigen würde.




Die Rohrzange bringt genügend Übersetzung mit, die Auflageflächen sind leider sehr klein und hinterlassen Beschädigungen. Meine Arme haben immer noch keinen Kraftzuwachs erhalten und so ist die Position des Dübels unverändert.



Der Zangenschlüssel bringt eine brutale Kraftverstärkung mit und rutscht auch ohne Profil nicht. Aber der Dübel macht immer noch keinen Mucks.



Meine Lösung bei den großen Dübeln: leichte Überzeugungsschläge mit einem Gummihammer auf den Zangenschlüssel bewegen den Dübel in Richtung Ausgang.



Interessanterweise hinterlässt dieser durch den flächigen Griff ohne Profil keine Beschädigung. Besonders die Rohrzangen können wüstes mit den Dübeln anrichten.



Bei den Lamellodübeln ist die Situation deutlich einfacher. Es ist weit weniger Kraft notwendig diese wieder zu lösen. Hier finde ich große Greifflächen wesentlich wichtiger, diese bringen sowohl die Lineman-Pliers als auch die Glasausbrachzange mit.



Die Dübelstärke bei den Lamellos ist noch im optimalen Öffnungsbereich der Zange und die Griffigkeit ist sehr gut.


Fazit: Gutes Werkzeug hilft. Zur Not geht es auch mit einem Schraubstock und dem Gummihammer, aber diese Lösung war und ist für mich ein Provisorium, daher versuche ich zuerst die schonende Methode.

Sonntag, 5. Januar 2014

Schriften schnitzen - der erste Versuch

 

Bereits als kleiner Junge haben mir die alten Inschriften der Zimmermänner in den Balken alter Fachwerkhäuser imponiert. Auch andere Anwendungsfelder von geschnitzen Schriften gefallen mir sehr gut. Es gibt einen sehr talentierten Holzwerker, Clark Kellog, der sehr gerne Schriften schnitzt und bereits einiges vorweisen kann. Irgendwie hat es mich kürzlich gepackt einen eigenen Versuch zu unternehmen.
Bei der Materialwahl habe ich mich für Eiche entschieden. Alte Treppenstufen sind noch in meinem Bestand und diese sind auch von ausgezeichneter Qualität bezüglich der Formstabilität. Den Schriftzug habe ich ausgedruckt, aufgeklebt und abgestochen.


Den Schriftgrund habe ich mit einem kleinen Pinsel schwarz gestrichen. Anschließend sollte man die Farbe ausreichend lange abtrocknen lassen. Frische Farbe und Staub können eine dauerhafte Verbindung eingehen.


Der Sprühkleber lässt seine Gegenüber nicht gerne gehen. Eine scharfe Schabspachtel oder auch Ziehklingen können eine Stabilisierung der inneren Ruhe bewirken und sollten daher immer griffbereit sein.


Sobald das Papier entfernt ist, wird es wieder schön. Mit dem Putzhobel lassen sich schöne Flächen herstellen und so langsam stellt sich die schöne Optik ein.



So gefällt mir das! Ich weiß nur noch nicht wohin damit. Die Bezeichung ist eine Anlehnung an meine schwäbische Herkunft und trifft eigentlich den Kern meines gesamten Schaffens rund um das Thema Holz.  Der erweiterte Namenszusatz "Co." steht für die grundsätzliche Möglichkeit mit mir gemeinsam dem Holzwerken nachzugehen. Da ich seit kurzem stolzer Vater eines Sohnes bin wollte ich erst "Timo & Sohn" verwenden. Er soll sich sich aber nicht unter Druck gesetzt fühlen sich mit Holz zu beschäftigen.


Frage an die Leser: Kennt jemand Quellen, Literatur, Beschreibungen, etc. zu Techniken, Schriftarten, Stilen, etc.? Ich möchte mich in diesem Bereich sehr gerne weiterentwickeln und bin für jeden Hinweis dankbar.