Sonntag, 17. April 2011

Simshobel

Schon lange war ich mit meiner Ausstattung an Simshobel nicht zufrieden. Auf der Hompage von Ron Hock habe ich einen Hobelkit gesehen, welcher mich sehr inspiriert hat.
Ein gutes Messer von ECE hatte ich schon, also stand dem Nachbau nichts mehr im Wege.

Hier das Ergebnis:



Der Hobel arbeitet sehr präzise, lediglich das schnelle Verstopfen  war negativ.

Auf woodworking.de habe ich von Wolfgang Jordan einen tollen Hinweis bekommen. Den habe ich umgesetzt und siehe da der Span fließt wesentlich besser ab.




Wolfgang Jordan ist ein ausgewiesener Experte und hat auch einen eigenen Blog und auch eine tolle Homepage.

Vielen Dank Wolfgang für den Hinweis!

Samstag, 19. März 2011

Sägekluppe

Mit zunehmendem Aufkommen von westlichen Sägen in meiner Werkstatt, steigt der Bedarf diese auch schärfen zu können. Bisher hatte ich zwei Mulitplexstreifen, einen Schraubstock und ein paar Schraubzwingen um Sägen einzuspannen - keine Dauerlösung.
Im letzen Veritas-Newsletter wurde eine ganz tolle Sägekluppe vorgestellt, welche ich folgend beschrieben nachgebaut habe.

Das Ausgangsmaterial sind alte Eichen-Treppenstufen aus einem Abrisshaus von 1920. Ich glaube man kann dabei von abgelagert sprechen. Optisch in diesem Zustand noch nicht so schön, aber...


...nach ein paar Hobeldurchgängen und dem Sägen sieht es gleich anders aus

Die schon enthaltenen Nuten habe ich beim Sägen berücksichtigt und so hatte ich gleich einen Falz unter den Spannbacken. Diesen musste ich natürlich noch aushobeln
   
Nach den Fälzen musste eine Ausklinkung für die Haltestreben herausgearbeitet werden. Dazu habe ich die Strebenbreite auf Passung angerissen, eingesägt, ausgestemmt und mit dem Grundhobel feinbearbeitet.

Um die Konstruktion schön stabil zu bekommen, musste bei den Streben ebenfalls eine Ausklinkung herausgearbeitet werden. Vorgehensweise: anreißen mit Streichmaß, langer Schnitt mit der Zinkensäge, kurzer Schnitt mit der Feinsäge und dann das Einpassen mit dem Simshobel.






Kurzer Test - hält!



Um die Konstruktion auch unten richtig steif und stabil zu bekommen benötigt es noch eine Querverbindung, welche ebenfalls zum Verbinden der zwei Teile selbst benötigt wird.

Damit alles schön passt wird die Stirnseite erstmal auf der Stoßlade "bestoßen".


Bei der nächsten Kluppe mache ich das vielleicht über Zinken, mal sehen. Von den Arbeitsschritten wieder die gleiche Vorgehensweise, also anreisen, sägen, stemmen und dann der Grundhobel. Und es passt:

Bei der großen Seite selbes Spiel. Vor dem Verleimen habe ich noch Dübellöcher eingebohrt. Das ganze habe ich mit etwas Übermaß versehen, dass alles noch schön gehobelt werden werden kann.

Die selbe Variante erfolgte auch oben an den Spannbacken. Hier sieht man auch die Schablone für den Seitenschweif, damit später das Sägeblatt in Griffnähe ebenfalls gespannt werden kann.

Danach erfolgte die Verbindung der zwei Hälften mit einem Scharnier.


Nach dem Verbinden habe ich die Aussparungen an den Seiten herausgearbeitet.

Danach wurden noch die Excenter-Spanner angebracht, Die Oberflächen geglättet und die Kluppe eingeölt.

Voilá


Montag, 7. März 2011

Nussbaum Rohling

Ein Abschnitt Nussbaum war bei der letzten Aktion übrig geblieben. Dieser war zu kurz zum auftrennen, aber das Holz war sehr verlockend und so wurde mit der Stihl kurzerhand ein grober Block herausgearbeitet.
Nach dem Besuch bei einer sehr großen Hobelmaschine wurde aus dem groben Block ein sehr schöner Rohling. Ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich das als Kunst bezeichne, denn es ist Kunst! Seht selbst:


210mm x 210mm sind stehen geblieben. Auf den Stirnseiten sieht man den gerade anziehenden Leim um das Holz am einreißen zu hindern.

 

Ich würde lieber heute als morgen mittig und umlaufend Nuten einfräsen, um daraus eine schöne Stele zu machen. Wahrscheinlich lasse ich das gute Stück erstmal trocknen. Weitere Verwendungsvorschläge sind willkommen  (verschenken gehört aber nicht dazu...)

Samstag, 19. Februar 2011

Historische Sägemühle

In Reutlingen steht, von außen sehr unscheinbar, eine alte Sägemühle welche  aus dem Jahr 1727 stammt.
Diese Sägemühle wurde direkt nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1725 gebaut, aufgrund dessen sehr große Mengen an Bauholz benötigt wurden.

Technisch ohne große Veränderung, sägt auch heute noch eines der beiden ursprünglich vorhandenen Sägegatter, angetrieben von der natürlichen Kraft des Wassers aus dem Fluss Echaz.

Glücklicherweise hatten wir dieses Jahr einige Bäume zum sägen, alles sehr hochwertige Hölzer wie Walnuss, Kirsche, Birne und Zwetschge. Im folgenden Video ist das Sägegatter in Aktion zu sehen. Gesägt wird ein kleiner Zwetschgenbaum.


Aber auch größere Kavenzmänner sind für die Säge kein Problem. Hier abgebildet ist ein Walnussbaum mit 75cm Stammdurchmesser. Gewicht? Etwas mehr als ich :-)

Ebenfalls kein Leichtgewicht - ein sehr schöner Birnbaum.


Aufgrund der hohen Belastungen müssen die Sägeblätter häufig geschärft und geschränkt werden. Bei großen Stammdurchmessern, wie bei der abgebildeten Walnuss, alle zwei bis drei Schnitte. Zum Schärfen gibt es eine eigene Schärfwerkstatt mit sehr alten aber durchaus präzisen Maschinen.

Abgebildet sind im hinteren Bereich die zwei Schärfmaschinen und im vorderen Bereich links die Schränkvorrichtung, davor ein alter Schleifbock.

Bevor ein Sägeblatt geschärft wird, müssen zunächst die Rückstände entfernt werden.

Hier wird der Schärfvorgang gezeigt.

Nach dem Schärfen wird an dieser Vorrichtung noch geschränkt. Dabei werden die Zähne jeweils im Wechsel einen Milimeter nach Außen gedrückt. Dies erfolgt sehr präzise über Stempel mit Messuhren. 

Hier werden die Sägeblätter gelagert.

Die Sägemühle wird ehrenamtlich als Kulturgut betrieben und am Leben gehalten. Wenn gesägt wird, dürfen Besucher gerne eintreten und bekommen eine kleine Führung vom Hausherrn, einem echten Reutlinger Urgestein.
Leider legt die Stadt Reutlingen keinen besonderen Wert auf ein solch erhaltenswertes Kulturgut. Trotz der vielen Steine, welche dem Betreiber in den Weg gelegt werden, darf gehofft werden, dass die Säge ihr 300 jähriges Jubiläum noch erlebt.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Restauration Rückensäge

Diese wunderschöne Rückensäge aus Sheffield hatte schon mal bessere Zeiten erlebt. Der Griff hatte Bruchstellen und um das Sägeblatt war es auch nicht besonders gut bestellt.


Bei guten alten Werkzeugen kann ich irgendwie nicht aufhören, diese zu restaurieren. In diesem Fall war mir aber klar, dass der Griff komplett ersetzt werden muss.

Leider kann ich mir auf den Hersteller keinen Reim machen. Der erste Name ist nicht so eindeutig zu lesen. Das Label "C&C" dafür schon. Interessant ist auch der Schriftzug "GO AHEAD SHEFFIELD".
Vielleicht kann mir jemand etwas über die Säge erzählen? 
 

Es hilft nichts, der Zahn der Zeit muss weg... 

Aus einem Stück Kirsche soll der Griff entstehen. Schnell noch eine Schablone hergestell und auf das Holz übertragen... 

Den Teil mit der Stichsäge habe übersprungen. Zeige ich vielleicht beim nächsten mal. Dann heißt es erst mal raspeln und feilen.


Zur Kontrolle habe ich den Griff nach dem "Formen" montiert. Ach Kinder war das schön!

Nach dem Überzug von Öl und dem Schärfen, folgten die Probeschnitte.



Nach meinem Dafürhalten, war es in Ordnung. Ich habe nur den Vergleich mit der Veritas Dovetail Saw und meinen Japanerinnen. Ich hoffe mal eine TLT-Säge testen zu dürfen. An dieser Stelle noch ein kleines Dankeschön an Pedder und Klaus für das erfolgreiche Implementieren des "Sägen-Virus"!