Mittwoch, 27. April 2011

Eine Anleitung

Schon seit längerem habe ich einen Stanley No.92 Simshobel. Bei diversen Projektbeschreibungen konnte man das gute Stück schon bewundern. Vielleicht schreibe ich mal einen Testbericht, ich bin jedenfalls zufrieden. Bei der Bedienungsanleitung habe ich eine lustige Entdeckung gemacht, an welcher ich euch teilhaben lasse. Eigentlich lese ich gar keine Bedienungsanleitungen, dieses mal zum Glück schon.

Dies ist auszugsweise eine korrekt geschriebene (oder soll ich sagen übersetzte?) Seite aus der Bedienungsanleitung:


In der heutigen Zeit ist es üblich mehrsprachig bei der Produkvermarktung zu denken. Deshalb besteht beispielsweise eine Bedienungsanleitung auch nur aus mehrsprachigen Datensätzen die aus einer Datenbank heraus produziert werden. Diese Mehrsprachigkeit wurde in diesem Fall sicherlich automatisch hergestellt, also durch eine Übersetzungs-Software, aber unzureichend manuell korrigiert. 

Das soll jetzt keine ernstgemeinte Kritik sein, denn jetzt haben wir alle was davon:

Resumee: bin schon oft damit geflogen, war jedoch niemals angeschnallt. Der Start- und Landevorgang war stets ohne Turbulenzen und während des Fluges verlief bisher alles gut. Hin und wieder kam sogar eine richtig süße Stewardess vorbei und hat sich um mich gekümmert - vielen Dank mein Schatz!

Samstag, 23. April 2011

Sägekluppe XXL

meine "kleine" Sägekluppe hat dem Sägenbauer Pedder so gut gefallen, dass er jetzt eine eigene bekommt. Er braucht sie für große Sägen, aus diesem Grund sind die Abmessungen etwas über der Norm.
Das Paket taugt hoffentlich noch als Osterüberraschung. Etwas Sorgen habe ich, dass wir beim Versand und den damit verbundenen Klimaschwankungen Reaktionen beim Holz auslösen.

Sehr altes Eichenholz nach dem Zuschnitt

Dieses Probestecken mache ich um ein Gefühl für die Proportion und die Funktionalität zu bekommen. Pedder wollte 72cm breite Backen - ich hatte kurz Bedenken...
...ging letztendlich aber bedenkenlos aus.

Die Oberfläche ist mit einem Öl-Wachsgemisch behandelt, welches antistatisch sein soll. Aber es sieht auch toll aus, fühlt sich genau so an und riecht ganz gut. Zwei Lagen sind drauf, Pedder hat das Öl mitgeliefert bekommen, er kann also nachölen.

Die Oberseite der Backen habe ich mit einem Bio-Coloröl Farbton schwarz mehrfach behandelt, da Pedder dies als Kontrast zur Säge wollte.

Dies ist ein Stanley No. 7 im direkten Größenvergleich.
The difference between men and boys is the size of their toys.

Sonntag, 17. April 2011

Simshobel

Schon lange war ich mit meiner Ausstattung an Simshobel nicht zufrieden. Auf der Hompage von Ron Hock habe ich einen Hobelkit gesehen, welcher mich sehr inspiriert hat.
Ein gutes Messer von ECE hatte ich schon, also stand dem Nachbau nichts mehr im Wege.

Hier das Ergebnis:



Der Hobel arbeitet sehr präzise, lediglich das schnelle Verstopfen  war negativ.

Auf woodworking.de habe ich von Wolfgang Jordan einen tollen Hinweis bekommen. Den habe ich umgesetzt und siehe da der Span fließt wesentlich besser ab.




Wolfgang Jordan ist ein ausgewiesener Experte und hat auch einen eigenen Blog und auch eine tolle Homepage.

Vielen Dank Wolfgang für den Hinweis!

Samstag, 19. März 2011

Sägekluppe

Mit zunehmendem Aufkommen von westlichen Sägen in meiner Werkstatt, steigt der Bedarf diese auch schärfen zu können. Bisher hatte ich zwei Mulitplexstreifen, einen Schraubstock und ein paar Schraubzwingen um Sägen einzuspannen - keine Dauerlösung.
Im letzen Veritas-Newsletter wurde eine ganz tolle Sägekluppe vorgestellt, welche ich folgend beschrieben nachgebaut habe.

Das Ausgangsmaterial sind alte Eichen-Treppenstufen aus einem Abrisshaus von 1920. Ich glaube man kann dabei von abgelagert sprechen. Optisch in diesem Zustand noch nicht so schön, aber...


...nach ein paar Hobeldurchgängen und dem Sägen sieht es gleich anders aus

Die schon enthaltenen Nuten habe ich beim Sägen berücksichtigt und so hatte ich gleich einen Falz unter den Spannbacken. Diesen musste ich natürlich noch aushobeln
   
Nach den Fälzen musste eine Ausklinkung für die Haltestreben herausgearbeitet werden. Dazu habe ich die Strebenbreite auf Passung angerissen, eingesägt, ausgestemmt und mit dem Grundhobel feinbearbeitet.

Um die Konstruktion schön stabil zu bekommen, musste bei den Streben ebenfalls eine Ausklinkung herausgearbeitet werden. Vorgehensweise: anreißen mit Streichmaß, langer Schnitt mit der Zinkensäge, kurzer Schnitt mit der Feinsäge und dann das Einpassen mit dem Simshobel.






Kurzer Test - hält!



Um die Konstruktion auch unten richtig steif und stabil zu bekommen benötigt es noch eine Querverbindung, welche ebenfalls zum Verbinden der zwei Teile selbst benötigt wird.

Damit alles schön passt wird die Stirnseite erstmal auf der Stoßlade "bestoßen".


Bei der nächsten Kluppe mache ich das vielleicht über Zinken, mal sehen. Von den Arbeitsschritten wieder die gleiche Vorgehensweise, also anreisen, sägen, stemmen und dann der Grundhobel. Und es passt:

Bei der großen Seite selbes Spiel. Vor dem Verleimen habe ich noch Dübellöcher eingebohrt. Das ganze habe ich mit etwas Übermaß versehen, dass alles noch schön gehobelt werden werden kann.

Die selbe Variante erfolgte auch oben an den Spannbacken. Hier sieht man auch die Schablone für den Seitenschweif, damit später das Sägeblatt in Griffnähe ebenfalls gespannt werden kann.

Danach erfolgte die Verbindung der zwei Hälften mit einem Scharnier.


Nach dem Verbinden habe ich die Aussparungen an den Seiten herausgearbeitet.

Danach wurden noch die Excenter-Spanner angebracht, Die Oberflächen geglättet und die Kluppe eingeölt.

Voilá


Montag, 7. März 2011

Nussbaum Rohling

Ein Abschnitt Nussbaum war bei der letzten Aktion übrig geblieben. Dieser war zu kurz zum auftrennen, aber das Holz war sehr verlockend und so wurde mit der Stihl kurzerhand ein grober Block herausgearbeitet.
Nach dem Besuch bei einer sehr großen Hobelmaschine wurde aus dem groben Block ein sehr schöner Rohling. Ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich das als Kunst bezeichne, denn es ist Kunst! Seht selbst:


210mm x 210mm sind stehen geblieben. Auf den Stirnseiten sieht man den gerade anziehenden Leim um das Holz am einreißen zu hindern.

 

Ich würde lieber heute als morgen mittig und umlaufend Nuten einfräsen, um daraus eine schöne Stele zu machen. Wahrscheinlich lasse ich das gute Stück erstmal trocknen. Weitere Verwendungsvorschläge sind willkommen  (verschenken gehört aber nicht dazu...)