Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ulmia Gehrungssäge

Auf einem Flohmarkt, versteckt hinter viel Elektronik, habe ich ein kleines Schätzchen gefunden. Es handelt sich um eine alte Ulmia Gehrungssäge, die damalige Kappsäge. Der Gründer von Ulmia, Georg Ott, hat diese Säge zum ersten mal 1877 gebaut. Nachzulesen auf der Ulmia-Homepage.

Sie wird, fast unverändert, heute noch gebaut und scheint von der Präzision mancher heutiger Kappsäge überlegen zu sein. Selbst in einem etwas unansehnlichen Zustand spürt man die Qualität des alten Graugusses.




Unter der zutreffenden Bezeichung "DIE BESTE" steht die Abkürzung "D.R.G.M."
(Deutsches Reichsgebrauchsmuster)


Als erstes habe ich den Rost von der Mechanik entfernt. Das Sägeblatt war in einem schlechten Zustand, aber für einen Probeschnitt hat es gereicht.


Vielleicht hat der "Ulmia"-Winkel eine besondere Symphatie zu seiner Verwandschaft, ich habe noch nie einen genaueren rechten Winkel gesehen. Es gibt nichtmal einen Hauch von einem Lichtspalt.


Nach etwas Pflege und Zuwendung sieht sie jetzt wieder gut aus.




Das Sägeblatt ist geschärft und geschränkt, aber die Präzision fehlt noch. Die Genauigkeit in horizontaler Richtung ist unglaublich, leider verläuft der Schnitt in vertikaler Richtung. Eine Möglichkeit wäre die (falsche) Schränkung. Zum Glück schauen sich die besten Sägenbauer Europas bald die Säge an.
Wenn es daran nicht liegt, wollte ich schon immer mal den Werksverkauf von Ulmia besuchen und bringe die Säge zum Einstellen mit.

Kommentare:

  1. Hallo.

    Meine Ulmia verläuft auch -- was hat sich denn ergeben?

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    1. Hallo jcsjcs,

      meine verläuft nicht mehr! Pedder hat sie geschärft und geschränkt.
      Es war sehr aufwendig, da er die Schränkung anpassen musste, bis der Schnittwinkel gepasst hat. Das Ergebnis ist eine anhaltende sensationelle Präzision.

      Gruß
      Timo

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  2. Hallo Timo,

    da bei mir auch eine Restauration ansteht, hätte ich folgende Frage.
    Mit welcher Farbe hast du die Säge lackiert bzw. ist das noch der Originalfarbton? Wenn du lackiert hast, wie bist du dabei vorgegangen?
    Ich hoffe du bist immer noch mit deiner Säge zufrieden.

    Grüße aus Hessen
    Kai

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  3. Hallo Kai,
    bist du der Kai aus dem Woodworker-Forum?

    Mir war eine schonende Behandlung und die Erhaltung der Marken-Embleme wichtig. Den losen Lack habe ich mit Spachtel, Schleifpapier und Vlies entfernt. Wo dieser gut gehalten hat, habe ich nur angeschliffen. Das Logo habe ich mit Klebeband abgeklebt.
    Die blanken Metallflächen sind mit einer Messing-Rundbürste auf der Bohrmaschine rostfrei gemacht und mit dem Vlies behandelt worden.
    Der Lack ist von Hammerite. Es ist der matte hellgraue Metallschutzlack. Es kommt dem ursprünglichen Lack am nächsten, von dem ich leider nicht die genaue Bezeichnung kenne.

    Zufrieden? Mehr als das. Kürzlich habe ich für ein großes Projekt Tischfüße in den Dimensionen 12cm x 12cm geschnitten. Die Abweichung betrug maximal einen Milimeter - das ist fantastisch.

    Grüße aus Thüringen
    Timo

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  4. Hans-Gerhard Niehaus12. Juni 2015 um 21:47

    Solch eine Säge besitze ich auch! Einer, der wohl nicht wusste, was er da für 50 Euro verkaufte, wunderte sich, dass das Telefon ständig klingelte, seit er die Säge bei eBay-Kleinanzeigen rein setzte... :D

    Meine Säge hat auch einen Griff der vollständig aus Metall gefertigt ist. Die heutigen Sägen haben ja in der Mitte Metall und aussen herum Kunststoff-Griffe.

    Und das deutsche Reichsgebrauchsmuster indiziert eine Fertigung zwischen 1891 und 1945... heftig!

    Ich bin gerade völlig beeindruckt, wie alt das Schätzchen wohl sein muss, das ich hier stehen habe!

    Genau wie du stehe ich auch vor der kompletten Zerlegung in die Einzelteile, deren Reinigung und dem sorgsamen Zusammensetzen...

    Wie hast du sie wieder glänzend bekommen?

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    1. Hallo Hans-Gerhard,

      na dann mal herzlichen Glückwunsch zum Erwerb einer tollen Säge!

      Ich verwende vorwiegend Fächerschleifer mit Schaft an einer Bohrmaschine. Diese gibt es auch mit Vlies zwischen dem Schleifpapier, damit werden die Oberflächen sehr glänzend.

      Viele Grüße
      Timo

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  5. Danke für den Tip mit dem Fächerschleifer mit Vlieseinlage! Das hat es echt gebracht und der Rost flog gleich in ganzen Wolken davon!

    Kann ich dir ein Foto zukommen lassen, so ein typischer Vorher/Nachher Bild?

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    1. Hallo Hans-Gerhard,

      schön das es funktioniert hat und über Bilder freue ich mich immer sehr.
      Meine Email-Adresse: baschtelwaschtel@gmx.de

      Viele Grüße
      Timo

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  6. Eine verdammt alte Säge, sauber das sie noch geht. Die wird alle heutigen Modelle überleben ;) Viele sind ja immer so ungenau damit hab ich meine Probleme, vorallem wenn ich Leisten auf Gehrung säge wo das Gegenstück passen muss!

    Lg Gerd

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