Mittwoch, 17. August 2016

Spielzeug-Traktor aus Holz - mit Anhänger!

Im Vergleich zu anderen wichtigen Blogs passiert hier nichts weltbewegendes und schon gar nichts um es mit einem Ausrufezeichen kennzeichnen zu müssen. Aber ein Traktor mit Anhänger ist einfach weltbewegend, zumindest für meinen Sohn und ihm gehört er schließlich.
Es war ein super entspannter Vormittag und mein kleiner Kollege war mit vollem Eifer dabei. Angefangen haben wir mit einem Rohling von Opa, aus welchem wir die Räder gesägt haben, die Ulmia Gehrungssäge ist für diese Aufgabe ideal.


Beim Karosserie-Design haben wir uns viel Zeit gelassen und konnten uns Dank nahrungstechnischer Verstärkung letztendlich auf die finale Variante einigen, Holzprojekte halt - wer kennt sie nicht.


Holz wird beim Schleifen warm, heiß wäre sicherlich schlecht und wir haben darum den Prozess permanent geprüft. Holzanhänger sind auch sehr gute Telefone, ich denke das ist hinreichend bekannt.


Der Bandschleifer ist eine sehr aufregende und unterhaltsame Maschine. Der Schleifstaub ist seltsam und die Abluft des Bandschleifers ist total lustig, diese pustet nämlich.


Alle Teile haben wir sehr sorgfältig geschliffen und die Kanten verrundet. Die Bohrungen der Achslager haben einen Millimeter mehr als die Achsdübel. Da wir sehr ungeduldig sind haben wir die Verklebung mit Sekundenkleber gemacht


Die Deichsel und die Anhängevorrichtung sind Dominodübel welche wir eingefräst haben. Das war auch ein Spaß, ich habe es leider nicht fotografiert - ich musste die Maschine danach gut verstecken.


Mit etwas Walnuss-Öl kommt das Holz sehr schön zur Geltung. Das sichtbare Loch im Anhänger war ein Fehler von mir, mein Sohn findet es für Kleinteile sehr praktisch und die nächsten Fahrzeuge benötigen mehr Ladefläche. Die Mama war auch zufrieden.


Sonntag, 31. Juli 2016

Seitenbankhaken

In einer der letzten "Fine Woodworking"- Ausgaben war eine Bauanleitung für Seitenbankhaken und meiner Hobelbank haben solche Bankhaken noch gefehlt. Ein Brett aus Buche war das Ausgangsmaterial. Die angegebenen Abmessungen konnte ich nur teilweise verwenden, Hobelbänke können eben unterschiedlich sein.


Den Zuschnitt habe ich leider vergessen zu fotografieren. Ich habe teilweise die Tischkreissäge und auch die Kappsäge benutzt. Eine Bandsäge wäre ideal gewesen, aber ich weiß mir zu helfen. Die Aufnahme für die Zapfen war dann wieder etwas einfacher herzustellen.


Die aufgedoppelten Teile habe ich im ersten Schritt nur verleimt, je genauer die Positionierung umso weniger Nacharbeit fällt an. Zur Stabilisierung habe ich danach noch je zwei Dübel eingeleimt. So müsste es halten.



Die Dübel für die Haltezapfen haben einen Durchmesser von 20mm. Die Dübel werden nach dem Ablängen in die Bohrung eingepresst. In der Vorlage wurde der Dübel verzapft, das habe ich mir gespart, ich habe nicht mal Leim verwendet. Der Dübel sitzt extrem stramm in der Bohrung.



Die Bankhaken passen super zu einer Hinterzange. Die Spannflächen werde ich noch mit Leder belegen. Bei meinem aktuellen Bauprojekt konnte ich schon die Korpusseiten eines Schubkastens einhobeln. Ohne Boden wäre das auch mit der Vorderzange gegangen, es ist aber schön mehrere Möglichkeiten zu haben.



Mittwoch, 22. Juni 2016

Restaurationsbericht Drechselbank

Alte Maschinen, besonders die guten, haben bei mir einen ganz besonderen Stellen- und Erhaltungswert. Für meinen Vater haben wir eine alte Metalldrückbank von Schuler erstanden und von Joachim "Jockel" Mader überarbeiten lassen. Jockel ist in der Drechselszene sehr bekannt und leistet fantastische Arbeit. 

Bevor wir diese Maschine kauften, muss ich gestehen, habe ich das Metalldrücken nicht gekannt. Wir hatten ziemliches Glück, solch ein massiges Teil zu bekommen. Ein alter Meister hat für seinen Betrieb keinen Nachfolger gefunden und hat sie deshalb verkauft und schon sein Meister hatte die Drückbank gebraucht gekauft. Aufgrund der verwendeten zölligen Gewinde datieren wir die Bank in die Zeit vor 1914. Die Bank könnte so an die 400 Kilogramm schwer sein, hat eine Spitzenhöhe von 300mm und eine Spitzenweite von ungefähr 800mm (bei einer Bettlänge von 1800mm!).


Die vielen Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, eine Berührung reichte für schwarze Hände aus und so haben wir uns entschieden der Maschine ein neues Lackkleid zu spendieren. Also Altlack abgebürstet, bearbeitete Flächen abgeklebt, grundiert und letztlich lackiert.


 
 
Die neue alte am neuen alten Standort, was allerdings nicht der alte der neue ist, sondern der neue an der die alte stand. Die Rückstände vom Nassdrehen sind unschwer zu erkennen.


In der Zwischenzeit hat sich Jockel um alle Komponenten oberhalb des Bankbettes gekümmert. Der Spindelstock wurde schon einmal überarbeitet. So wurde eine recht interessante Lagersitz-Konstruktion in die vormaligen Bronzelagersitze angebracht. Die Schmiertöpfe zeugen noch davon. Die Übersetzungen sind für das Metalldrücken ausgelegt, also etwas wuchtiger als es für Holz notwendig ist.



Nach dem Ausbau der Welle haben wir eine schlechte Nachricht erhalten, die Lagerstellen waren leider teilweise verschlissen. Aus der geplanten Überarbeitung wurde eine neue Welle dafür mit mehr Extras. Der Gewindeanschluss ist nun M33, die Welle hat eine MK2-Aufnahme und ist komplett durchbohrt. Das lässt Spielraum für Vakuum-Spannmöglichkeiten.  

 


Jockel hat alle Lager getauscht, die Zusammenstellung verbessert, alle Anpassungen vorgenommen und einfach einen super Job abgeliefert. Jockel ich würde dich sofort einstellen!





Eine Spezialität von Jockel, er kann machen das sich Spindelstöcke drehen können. Dazu werden die Führungsnasen entfernt, später werden Spindel- und Reitstock über einen Doppelkegel wieder ausgerichtet. An die Rückseite hat er eine Wippe für die Aufnahme des Motors gebaut.



Der Motor erhält zeitgemäß einen Frequenzumrichter (FU) zur Anpassung der Drehzahl. Es gibt zwei Übersetzungen, damit ist der benötigte Bereich vollständig abgedeckt. Der Bedienschalter ist in einem kleinen Kasten mit Magneten untergebracht, so kann er immer an der besten Stelle positioniert werden.




Auch am Reitstock musste einiges getan werden. Der Aufnahmekonus war etwas verschlissen, die Feststellung hat nicht mehr gegriffen und an der Gewindestange war die Schweißverbindung problematisch. Den Aufnahmekonus hat Jockel überarbeitet und die Feststellung hat er mit einem Spannkraftverstärker wieder gängig gemacht. Kannte ich auch noch nicht.




Die Gewindestange nach dem Abdrehen der Schweißverbindung.



Seit letztem Wochenende sind die alle Teile wieder auf der Drechselbank. Irgendwann bekommen sie wahrscheinlich auch noch eine frische Lackierung. Alles läuft rund, ruhig und leichtgängig.



Die ersten paar Hölzer mussten einfach dran glauben und es macht richtig viel Spaß. Das Arbeiten mit der neuen Handauflage ist einfach eine andere Welt und die Leichtgängigkeit der Handauflage ist ein Traum.






Die Überarbeitung hat sich voll gelohnt. Jockel ist ein Meister seines Faches und das merkt man nicht nur am Ergebnis. Vielen Dank Jockel für deine Mühen!

Sonntag, 22. Mai 2016

Tellerschleifer

Zwei schöne Dinge sind an diesem Wochenende eingetreten - ein ehemaliger Kollege hat mich endlich besucht und gemeinsam haben wir in der Werkstatt eine langgehegte Idee realisiert.
Wir haben beide eine relative exotische Einlage für das CMS bzw. Basis-System von Festool ehemals Festo. Es handelt sich hierbei um die Einlage "Basis 3" eine Teller- und Spindelschleifer-Kombination. Wer schon einmal so eine wollte, der weiß wie selten diese Teile zu bekommen sind und welche Preise dafür aufgerufen werden.


Der Tellerschleifer ist wirklich erste Sahne, extrem laufruhig, sehr präzise und er lässt sich sehr gut absaugen. Leider ist die Montage der Einlage eine Katastrophe und hat aus diesem Grunde bei uns beiden kaum Einsatzzeiten erhalten. Auch ist die Arbeitsplatte aus Stahlblech nicht sehr angenehm. 

Wir haben an diesem Wochenende der Tellerschleifer-Kombination ein neues Zuhause gebaut. Aus einigen Plattenresten haben wir die benötigten Teile ausgeschnitten.


Die Aufnahmen der schwenkbaren Motoreneinheit werden auf die Halteplatte übertragen und das Austrennen erfolgt mit einigen Tauchschnitten. Mit der Stichsäge wird der Rest an den Ecken bearbeitet.



Die Stanzteile haben einige herausstehende Stellen und liegen somit nicht satt auf. Mit einem Forstnerbohrer und einem Stechbeitel lässt sich das Problem sehr gut lösen.


Die neue Einheit soll unabhängiger werden, dazu bekommt sie einen eigenen Korpus und ist somit eine Tischversion. Die Seitenteile werden mit Dominos verstärkt und verschraubt.


Damit man die Drehknöpfe für die Winkelverstellung leichter erreichen kann, werden in die Seiten Öffnungen gefräst. Obwohl die Absaugung recht gut funktioniert, gab es eine ziemliche Sauerei. Auf den fertigen Korpus wird die Halteplatte geschraubt, welche noch zwei Nuten zur Befestigung der eigentlichen "Arbeitsplatte" bekommt.



 

Damit die "Arbeitsplatte" satt auf dem Korpus aufliegt, müssen Aussparungen eingebracht werden, da die Halterungen hervorstehen. Das haben wir auf der Tischkreissäge mit dem Queranschlag gemacht. Die Befestigung der "Arbeitsplatte" erfolgt über Einschraubmuffen, diese lassen sich bekanntlich sehr gut mit Hilfe eines Bohrständers montieren.


 

Die "Arbeitsplatte" lässt sich je nach Winkel des Tellerschleifers verstellen. Noch erfolgt das mit Sechskant-Schrauben, aber ich habe schon etwas Werkzeugloses im Sinn.


Der fast fertige Schleifer funktioniert einwandfrei. Die Schleifleistung ist sehr gut und durch die recht große und glatte Fläche ist eine sehr feinfühlige Führung des Werkstückes möglich. Es fehlt jetzt noch eine hintere Abdeckung für eine Anwendung der Schleifwalze und auch ein Schalter soll noch eingebaut werden. Ob ich in den Tisch eine T-Nut-Schiene einbaue, kann ich noch nicht sagen, aber ich habe zumindest schon mal eine.


 

Weiß von euch jemand wo man für diese Schleifwalze (Durchmesser 63mm x 120mm) Schleifhülsen bekommen kann? Über ein Nachricht oder einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.