Sonntag, 29. Juni 2014

Kinderhochstuhl Teil 1

Getreu dem Motto: "besondere Möbel für besondere Menschen" soll unser Sohn einen schönen Hochstuhl bekommen. Der Artikel "Ein Thron für kleine Könige" erschien in der Ausgabe Juli | August 2008 der Zeitschrift Holzwerken und hat uns sehr gut gefallen. Besonders komfortabel finde ich die vorhandenen Maße - diesen Luxus habe ich selten.
Der Familienfachrat hat die außschließliche Verwendung von Eichenholz beschlossen. Alte Treppenstufen sind das Ausgangsmaterial - fast nur stehende Ringe und wunderbar abgelagert.

Das Rückenteil wird aus Eichenfurnierstreifen formverleimt. Dazu habe ich aus vorhandenen Resthölzern die Schablone hergestellt. Vorgeschnitten am Riss wird mit der Stichsäge.



Der Autor mahnt eine hohe Präzision bei der Schablone an. Da ich deutlich mehr Streifen verwende habe ich eine Schablone für die Schablone hergestellt. Somit ist die Wiederholgenauigkeit größer.



Das verleimte Paket musste trotz guter Vorarbeit erheblich nachgearbeitet werden. Mit scharfen Hobeln ist das kein Problem.



Die Eichenfurnierstreifen habe ich mit der Furniersäge und einer Lineal-Latte als Anschlag zugeschnitten. Bis zu diesem Zeitpunkt noch ohne nennenswerte Probleme.



Meine Furnierstreifen waren deutlich dünner als in der Vorlage angegeben. Um in der offenen Zeit des Klebers zu bleiben war ein hohes Tempo angezeigt. Zukünftig werde ich wohl auf Starkfurniere umsteigen. Ein Glück waren die Zwingen schon vorbereitet.



Nach dem Aushärten wird die Rückenlehne mit der Schablone bündig gefräst. Zur Sicherheit habe habe ich noch ein paar Hobelstriche über die gefräste Schmalseite gegeben.



Auf der Tischkreissäge entsteht die zweite Schmalseite am Längsanschlag. Ich hatte etwas Bedenken bezüglich etwaiger Ausrisse. Diese waren nicht festzustellen.



Das gesamte Gestell wird mit Zapfenverbindungen versehen. Möglicherweise sogar verkeilten Zapfen, darüber brüte ich noch. Die Zapfen habe ich auf der Tischkreissäge geschnitten.



Mein bewährtes System für Langlöcher ist die Domino XL. Die langfasrige Eiche verlangt nach scharfen Fräsern und langsamen Vorschub beim Fräsen. Zur Sicherheit habe ich von beiden Seiten gefräst, somit vermeide ich auch hier Ausrisse.



Nachgestemmt werden die Zapfenlöcher mit Loch- und Stechbeitel. Mit dem Abrunden von Zapfen konnte ich mich bisher noch nicht anfreunden.
 


Den großen Zapfen der Seitenteile habe ich mit meinen Zapfensägen herausgearbeitet. Die Schnitte bedarfen kaum einer Nacharbeit und gehen schnell von der Hand.



Nach dem Einhobeln erfolgt der Probeaufbau. Ernüchterndes Ergebnis: passt gut aber der Perfektionist bemerkt immer wieder leichte Lücken bei diesem grobporigen Holz. Für die Stabiliät ist das nicht entscheidend, lediglich das Auge kennt nun leider schon dichte Verbindungen.



Das Langloch für das Rückenteil wird eingefräst. Über die Vorlage bin ich wirklich sehr froh. Ein Blick auf die Zeichnung und jede Fräsung ist sofort ersichtlich.



Das Einpassen an solch heiklen Stellen sollte immer zwingenverstärkt erfolgen. Ausrisse und Abplatzer sind sonst die Folge. Den Zapfen an der Rückenlehne habe ich mit dem Falzhobel und Breitenbegrenzung eingehobelt.


Weiter geht es in Teil 2

Kommentare:

  1. Hi Timo,

    seit wann hast du denn die TKS und die kleine Kantenfräse von Bosch? Was ist das denn für eine TKS? Sieht auf jeden Fall relativ alt aus.

    Gruss

    Leon

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  2. Hallo Leon,

    die Tischkreissäge ist eine Rapid PK100. Es war ein dringend benötigtes Weihnachtsgeschenk, welches ich mir selbst gemacht habe. Leider lässt sich das Alter nicht feststellen, vermutlich 1970er-Jahre.

    Die kleine Kantenfräse von Bosch habe ich schon ein paar Monate, da ich einen Artikel über Einhandfräsen für die Zeitschrift Holzwerken geschrieben habe. Dieser erscheint in der kommenden Ausgabe.

    Viele Grüße
    Timo

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