Dienstag, 12. Juli 2011

Schöne Sägen

Ganz frisch fertiggestellt hängen jetzt drei Sägen allererster Güte in meiner Werkstatt. Die Griffe sind aus amerikanischem Nussbaum.


Diese Sägen sind in Kooperation mit den Sägenbauern Klaus und Pedder entstanden. Über diesen Blog bin ich mit Pedder in Kontakt gekommen. Er fand meine Sägekluppe gut und mir haben die Sägen von ihm sehr gut gefallen. Das Ende vom Lied war, er hat eine große Kluppe und ich habe drei Sägeblätter mit Rücken von ihm bekommen.
Sein Partner Klaus, der begnadet die Griffe an die TLT-Sägen zaubert, wohnt im Gegensatz zu Pedder gar nicht so weit weg von mir. Ich habe ihn gefragt, ob ich ihm beim Griffbau über die Schulter schauen dürfte. Das Resultat waren zwei wundervolle Samstage in seiner Werkstatt und einer Wissensvermittlung vom allerfeinsten!

Bei den Sägen handelt es sich um eine feine Zinkensäge, eine Carcass-Saw und eine Zapfensäge. Die Griffe sind von Klaus an meine Handgröße angepasst worden, es handelt sich also um absolute "Custom"-Sägen.

Um die Abläufe zu verstehen hat er mit mir exemplarisch den Griff für die Carcass-Saw gebaut, bei dem ich nur noch den Feinschliff und das Ölen machen musste. Bei den anderen Sägen habe ich dann entsprechend mehr selber machen können. Bei der Zapfensäge habe ich das Formen übernehmen können. Den Blattschlitz, die Aussparung für den Rücken und die Bohrungen hat Klaus noch gemacht. Aber bei der Zinkensäge habe ich dann bis auf den Blattschlitz alles gemacht.

Eine der wichtigsten Lektionen, welche mir Klaus beigebracht hat, ist jeden Arbeitsschritt so perfekt wie möglich abzuschließen. So kommt es am Ende zu einem perfekten Ergebnis.

In so einem Rohling stecken mehrere Stunden Arbeit.

Wie schön ist dann dieser Moment...

Nach jeder Körnung Schleifpapier wird der Griff schöner.

Nach einer Schellack-Grundierung und vier Lagen Truoil war der Griff dann fertig.

Der Griff montiert.

Den Griff der Carcass hat Klaus gemacht. Er ist der Perfekteste von allen.
Bei der Zinkensäge konnte ich dann das Gelernte umsetzen. Hierbei hat Klaus "nur" die Kontur gezeichnet und den Blattschlitz eingesägt. Den Rest habe ich selbst gemacht, außer Bilder - leider.


Um die Sägen von Zeit zu Zeit nachzuspannen, habe ich einen Schlitzmutterndreher-Rohling bekommen, welchem ich ein Heft aus Wenge verpasst habe.

Nachdem die Sägen fertig waren hat Pedder nochmal alle durchgeschliffen. Die Präzision und die Wiederholgenauigkeit seiner Arbeit ist "maschinengleich" präzise. Der Umgang mit den Sägen ist die reine Freude. Ich verzichte hier ganz bewußt auf eingesägte Bretter zum Beweis. Die nächsten Projekte werden ganz entscheidend mit diesen Sägen hergestellt.

Die Herstellung hat mir sehr viel Freude bereitet. Es war mir eine ganz besondere Ehre die besten Sägenbauer Europas kennengelernt zu haben.

Vielen Dank Klaus und Pedder!

Kommentare:

  1. Ich hätte eine Frage bezüglich der Ausarbeitung der Konturen von deinen Sägegriffen. Da ich im Moment auch einen Sägegriff baue, bräuchte ich einen Rat in Sachen Raspeln/ Feilen. Die Grobe Kontur ist bereits ausgeschnitten, nur leider besitze ich noch keine Raspeln. Diese möchte ich mir nun zulegen. Welche Raspeln bezüglich des Hiebes würdest du empfehlen um zum einen die Rundungen auszuarbeiten und als Zwischenstufe vor dem Schleifen per Hand?

    Beste Grüße aus Hessen
    Kai

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kai,
      für solche Arbeiten ist ein feiner Hieb sehr vorteilhaft. Am Beispiel der Dick-Raspeln würde ich zu Hieb 6 oder sogar Hieb 7 raten.

      Viele Grüße
      Timo

      Löschen