Wer Gerd Fritsche nicht kennt, hat etwas verpasst. Er ist ein sehr positiver, genauso angenehmer und überaus talentierter Mensch. Ich traf ihn das letzte Mal auf der Messe Holzhandwerk in Nürnberg und habe ihm von meinem Hobel-Sorgenkind berichtet. Mein Stanley No.6 "Fore-Plane" (Bauzeit zwischen 1942 und 1945) hatte eine sehr schlechte Hobelsohle mit tiefen Roststellen und einer insgesamt sehr schlechten Geometrie. Diese habe ich nicht wesentlich verbessern können. Hobel aus dieser Zeit verfügen über ziemlich viel Masse und sind daher entsprechend beliebt.
Gerd meinte gleich, ich solle ihm diesen schicken. Sinnvollerweise lässt man beim Meister seines Faches gleich eine neue Schneidgarnitur einpassen. Wie er das gemacht alles hat, zeigt er auf seinem Blog.
Die geschabte Sohle gleitet einfach wundervoll über das Holz und das Messer mit einem lediglich einfachen "Arbeitsschliff" spielt in einer eigenen Liga.
Diese Hobelgröße ist in der Hobelszene sehr umstritten. Ich halten den Nutzwert für insgesamt sehr hoch, besonders nach dieser Qualitäts-Explosion. Mehr Masse als der No.5 1/2 aber geschmeidiger im Vergleich zur No.7, gut wenn man einen hat.
Vielen Dank Gerd!
Montag, 13. August 2012
Mittwoch, 25. Juli 2012
Fahrbarer Schraubstock
Ein besonders schwerer Schraubstock steht schon seit längerem in meiner Werkstatt. Dieser hat einen Lift für die Höhenverstellung mit Drehfunktion. Für eine stationäre Verwendung fehlt mir noch die nötige Werkbank, deshalb habe ich den Schraubstock auf ein fahrbares Untergestell gebaut und befestige dieses Gespann bei Bedarf in der Hinterzange.
Aus optischen Gründen hat der Schraubstock einen neuen Anstrich erhalten. Verwendet habe ich einen handelsüblichen Metallschutzlack, diesmal in Matt.
Beim Transport ist natürlich etwas Vorsicht geboten. Mittlerweile habe ich meine Tricks und brauche nur wenige Momente zum Ein- und Ausbau. Das Gewicht schätze ich auf über 30 Kilogramm.
Aus optischen Gründen hat der Schraubstock einen neuen Anstrich erhalten. Verwendet habe ich einen handelsüblichen Metallschutzlack, diesmal in Matt.
Beim Transport ist natürlich etwas Vorsicht geboten. Mittlerweile habe ich meine Tricks und brauche nur wenige Momente zum Ein- und Ausbau. Das Gewicht schätze ich auf über 30 Kilogramm.
Samstag, 30. Juni 2012
Die Wiedergeburt eines Hobel
Wer mit Holz arbeitet, kann in rohen Brettern zukünftige Möbel erkennen. Wer das Holz auf traditionelle Weise bearbeitet, kennt den Wert von alten Werkzeugen. Wo heute Maschinen ihre Arbeit verrichten, waren es früher die Handwerkzeuge, mit denen nachweislich beeindruckende Resultate erzielt wurden. Die Hersteller waren dementsprechend angehalten funktionierendes Werkzeug herzustellen, heutzutage ist dem nicht immer so, daher habe ich auch großes Vertrauen in die bewährte Technik. Rost und Dreck von Jahrzehnten mag für manchen abschreckend wirken, auf mich wirkt allein das schon anziehend.
Für meine Werkstatt habe ich mir einen alten Stanley No. 5 1/2 gekauft. Der Hobel hat die perfekte Größe um sehr vielseitig eingesetzt zu werden.
Der alte Stanley ist in einem vergleichsweise guten Zustand. Die Geometrie der Sohle und der Flanken ist klasse. Er bringt einige schöne Qualitätsmerkmale mit, so hat er, scheinbar original, Griffe aus Palisander und einen "Low-Knob". Diese Griffform ist bei vielen Holzwerkern sehr beliebt. Die Sitzflächen sind sehr präzise, ein wichtiger Aspekt für die Funktion.
Auf dem Messer ist der Herstellungsort eingraviert - Stanley U.S.A, New Britain, Connecticut.
Nach der groben Reinigung mit Pinsel und Drahtbürsten erfolgt die Vorbereitung zum Druckstrahlen. Dafür werden die blanken Teile mit Gewebeband abgeklebt. Das relativ dicke Klebeband ist elastisch genug um dem Strahlmittel die Wirkung zu nehmen. Somit sind diese Flächen geschützt.
Die restlichen Teile werden, je nach Rostgrad, geschliffen oder gebürstet. Zum Schluss bekommen alle Teile ein Finish mit einer sehr feinen Schleifwalze. Diese besteht jeweils zur Hälfte aus Schleifpapier und Vlies. Die so behandelten Teile sind weniger anfällig für Rost.
Nach dem Strahlen bekommen der Hobelkörper und der Frosch einen schützenden Lacküberzug. Nicht ganz original, aber dafür eben geschützt.
Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die im Hobelkörper sichtbare Patentnummer. Ohne genaueres zu wissen, dieser Hobel ist sehr alt. Bei Grauguss-Teilen kann es durch Eigenspannungen im Material, auch Jahre später noch, zu Verformungen kommen. Von dem Hobelbauer Gerd Fritsche weiß ich, dass Stanley früher seine gegossenen Hobelkörper mehrere Jahre im Freien gelagert hat, damit die Eigenspannung verloren geht. Erst danach wurde weiter mechanisch bearbeitet. Mittlerweile gibt es wohl bessere Guss-Verfahren, jedoch ist bei diesem Alter die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass im Hobelkörper keine Spannungen mehr sind.
Die Holzgriffe habe ich von Lack befreit und mit einer Schellack-Grundierung versehen (Danke Klaus). Die geschlossene Oberfläche hab ich mit Tru-Oil behandelt. So mache ich das mittlerweile bei fast allen Werkzeuggriffen. Mit den Sägen hat es angefangen.
Der Hobel ist natürlich nicht nur schön anzuschauen, man kann sehr gut damit arbeiten. Wie bereits erwähnt, die Größe ist ideal um ihn als "Universal-Bankhobel" einzusetzen und ich glaube keiner ist öfter im Einsatz, vielleicht noch der Blockhobel.
Wenn mir jemand etwas über das genaue Alter und weitere Hintergründe erzählen kann, würde ich mich sehr freuen.
Nachtrag:
Vielen Dank für diesen tollen Hinweis. Auf www.hyperkitten.com kann das Alter von Stanley Hobeln bestimmt werden. Sofern mir kein Fehler unterlaufen ist, handelt es sich um einen Typ 11. Der Herstellungszeitraum wäre dann zwischen 1910 und 1918.
Donnerstag, 24. Mai 2012
Neuer Küchentisch
Wir sind vor kurzem umgezogen und ich hatte das Vergnügen einen neuen Küchentisch zu bauen.
Viel Vergnügen gab es nicht, da nicht viel zu tun war. Die Arbeitsschritte waren unspektakulär - nur eine Platte zuschneiden, anweißeln, Anleimer aus Birne anbringen und Füße anschrauben.
Dafür war ich relativ schnell.
Viel Vergnügen gab es nicht, da nicht viel zu tun war. Die Arbeitsschritte waren unspektakulär - nur eine Platte zuschneiden, anweißeln, Anleimer aus Birne anbringen und Füße anschrauben.
Dafür war ich relativ schnell.
| Die Anleimer habe ich mit Zulagen angebracht. Dadurch wird der Druck gleichmäßiger verteilt. |
| Das Bündigfräsen habe ich mit einem leicht geneigten Tisch gemacht. Die Oberfläche der Tischplatte wird so nicht angefräst. |
| Zur Konservierung habe ich ein Arbeitsplattenöl verwendet, der Kontrast gefällt mir gut. |
| Schmiegt sich ganz gut zwischen Wand und Schneidebrett ein - CI in der Küche |
Montag, 23. April 2012
Äxte
Zwei alten Axt-Köpfen habe ich ein neues Leben eingehaucht. Nach unserem Umzug werden diese mir sicher gute Dienste erweisen.
Die Köpfe habe ich sehr fein gestrahlt und scharf gemacht. Ein genähter Finger sollte als Nachweis genügen. Die Stiehle aus Esche sind sehr gleichmäßig gewachsen und liegen perfekt in der Hand.
Die Köpfe habe ich sehr fein gestrahlt und scharf gemacht. Ein genähter Finger sollte als Nachweis genügen. Die Stiehle aus Esche sind sehr gleichmäßig gewachsen und liegen perfekt in der Hand.
Die Schutzhüllen aus Leder habe ich selbst gemacht.
Leder ist wie Holz ein toller Werkstoff nur schwieriger (für mich).
Abonnieren
Posts (Atom)